Frank Dierker

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Tätigkeitsschwerpunkte:

  • Baurecht
  • Architektenrecht
  • Immobilienrecht
  • Vertragsrecht (Werkvertragsrecht)
  • Allgemeines Zivilrecht
  • Handwerksrecht

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(erschienen in: Meister-Brief 3/2008, S. 13, Veröffentlichung RA Dierker)

Für einen im Baurecht tätigen Rechtsanwalt ist es in vielen Fällen ratsam, einen Sachverständigen einzuschalten.

Gerade private Auftraggeber konfrontieren den Rechtsanwalt immer wieder mit Behauptungen über Mängel, die sehr stark von subjektiven Bewertungen geprägt sind.

Erfolgt die Einbeziehung des Sachverständigen über die Bauherren im Wege des Privatgutachtens, so müssen sie hinsichtlich der entstehenden Kosten zunächst einmal in Vorlage treten. Bestätigt der Gutachter Mängel, so besteht die Möglichkeit, die Kosten als Mangelfolgeschaden oder unter Verzugsgesichtspunkten dem Auftragnehmer aufzuerlegen.

Die oft von den Handwerksbetrieben vertretene Auffassung, ein Privatgutachten habe bei Gericht keine Bedeutung, ist falsch. Es sollte daher schnellstmöglich darauf hingewirkt werden, dass ein gemeinsamer Ortstermin abgehalten wird. Es können dann in vielen Fällen zeitnah kostengünstige Regelungen getroffen werden. Die Beauftragung eines Sachverständigen durch die Auftraggeber ist daher auch als Chance zu sehen, eine sich anbahnende Rechtsstreitigkeit zu vermeiden.

Umgekehrt gibt es auch Konstellationen in der anwaltlichen Vertretung von Handwerksfirmen, bei denen die Einschaltung eines Sachverständigen sinnvoll ist. Gerade wenn der Bauherr und die Handwerksfirma über komplizierte technische Sachverhalte streiten, kann ein Sachverständiger häufig eine unkomplizierte Klärung im Sinne der Handwerksfirma herbeiführen. Den fachlichen Bewertungen eines öffentlichen bestellten und vereidigten Sachverständigen schenken insbesondere private Bauherren oft mehr Glauben als der Handwerksfirma selbst. Dies gilt auch dann, wenn sich die Fronten bereits verhärtet haben.

Die häufig zu erreichende schnelle Klärung zu Mängelfragen einschließlich der Bewertung der Werklohnansprüche der Handwerksfirma wiegt in diesem Zusammenhang entstehende Kosten mehr als auf. Hinzu kommt noch, dass gerichtliche Auseinandersetzungen regelmäßig viel Zeit und Geld beanspruchen.

In Betracht kommt zudem, dass sich die Parteien des Bauvorhabens vorab auf einen Sachverständigen einigen. Es kann dann ein Schiedsgutachtenvertrag geschlossen werden. Ein Schiedsgutachten hat den Vorteil, dass die Feststellungen des Sachverständigen bindend sind, es sei denn diese sind von offensichtlichen Fehlern geprägt. Letzteres wird bei Einschaltung eines kompetenten Sachverständigen wohl kaum der Fall sein.

Rechtsanwälte Dr. Höser, Dierker & Partner